2,5 Milliarden für drei Monate Tankrabatt – oder für Mittagsstrom?
Bund und Länder haben sich am 18. September 2026 auf eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel geeinigt: rund 17 ct/l brutto vom 1. Oktober bis Jahresende, Entlastung rund 2,5 Mrd. €. Ein Spritpreisdeckel nach luxemburgischem oder belgischem Vorbild soll spätestens zum 1. Januar 2027 folgen.
Unser Whitepaper rechnet nach, was dieselbe Summe in Smart Metern und öffentlichen Ladepunkten bewirken würde, was das für Netz und Klima hieße und was von „0 Cent mittags“ beim Kunden tatsächlich ankäme. Es trennt durchgehend Beschlusslage, Bewertungen Dritter und unsere Einordnung; alle Annahmen und Rechenwege sind offengelegt.
Die Gegenrechnung in Zahlen
- 2,5 Mrd. € Steuerausfall der Energiesteuersenkung um 14 ct/l netto, 1.10.–31.12.2026; Bund und Länder je die Hälfte.
- 312.500 öffentliche AC-Ladepunkte ließen sich damit voll finanzieren (Median 8.000 € je Ladepunkt) – heute gibt es 212.064.
- bis 6,3 Mio. Smart-Meter-Einbauten samt anteiligem Zählerschrank-Umbau; offen sind 3,6 Mio. Pflichteinbaufälle.
- 24,1 % der PV-Netzeinspeisung 2025 – 17,8 TWh – fielen in Stunden mit negativem Börsenpreis (eigene Auswertung der SMARD-Daten).
- 18,9 ct/kWh bleiben im Haushaltstarif auch bei 0 €/MWh an der Börse übrig; mit Mittags-Hebeln und Vertrieb 10,7–14,0 ct/kWh.
- +0,4 bis 0,7 Mio. t CO₂ mehr durch den Tankrabatt im vierten Quartal (eigene Überschlagsrechnung).
Was im Papier steht
- Was am 18. September beschlossen wurde – Tankrabatt und Spritpreisdeckel
- Was 2,5 Milliarden Euro kaufen: Smart Meter, AC- und Schnellladepunkte, Mischszenario, Förderquote gegen Vollfinanzierung
- Das Mittagsproblem und wie viel E-Autos davon aufnehmen können
- CO₂: was eine vermiedene Tonne kostet
- Netz: Gleichzeitigkeit, § 14a EnWG, Ortsnetztrafos, Ladeparks
- Was von 0 €/MWh beim Kunden ankommt – ehrlich gerechnet, mit Blick auf Australien
- Folgerungen und Einordnung für PV-Projekte
12 Seiten, Stand 19.09.2026.
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